
Präsentiert ihnen eine Einführung in die Fotografie
Teil10: Bildkomposition
Teil 2:
Dieser Artikel berichtet über die Wirkung von Farben und wie man sie am Besten in der Fotografie einsetzt.
Farben und Emotionen
Farben haben eine starke Wirkung auf die Psyche des Menschen und der Tiere.Daher hat die Bildegstaltung mit Farben eher emotionale Qualitäten. Entscheidend für den Künstler sind die Fragen , was das Bild für einen Inhalt transportien soll, welche Wirkung es auf den Betrachter haben soll und mit welchen Farben man die Stimmungen steuern kann. Um Farben gezielt einsetzen zu können, damit sie ihre Wirkung nicht verfehlen, ist es gut einen kleinen Exkurs in die Farbpsychologie zu machen.
Rot ist die aufregendste und anregendste Farbe im Spektrum.Sie hat eine hohe Wirkung auf den Menschen und auf die Tiere.Mit rot verbindet man die Liebe, das Feuer, Blut und auch den Teufel.
Die Farbe symbolisiert aber auch Macht, das ist besonders in der Antike zu erkennen; die alten Griechen trugen oft eine rote Toga, damit symbolisierten sie Ihre Stellung in der Gesellschaft.Sie ist aber auch die Farbe der Aufruhr und Auflehnung, man erinnert sich nur an die russische Revolution.
Blau dagegen drückt Ruhe und Entspannung aus.Sie steht für Melancholie, aber auch für Tiefe im Sinne von Unendlichkeit; der Himmel und das Meer sind ein gutes Beispiel dafür.
Blau steht außerdem für Treue und Vertrauen, bezogen auf urmütterliche Verbundenheit.Maria , die heillige Mutter Gottes, trug in den bildlichen Darstellungen oft blaue Gewänder.
Violett hat eher eine mystische und geheimnisvolle Wirkung. Sie wird oft mit Sakralem verbunden.
Gelb wirkt belebend und fröhlich, aber steht auch symbolisch für Neid und Verrat, bezogen auf Judas, der mit einem gelben Gewand im Gemälde „das Abendmahl“ neben Jesus sitzt. Es kommt immer drauf an in welchem Kontext man die Wirkung der Farben betrachtet.In Kombination mit schwarz, symbolisiert sie so eine Art „Letzte Hoffnung“.
Grün ist eine ruhige, belebende und bodenständige Farbe, sie symbolisiert die „Does“ ( „bei grün darfst du gehen, bei rot bleibe stehen“).
Das Wissen um die Farbwirkung ist in der Fotografie besonders hilfreich, um mit Akzenten bewusst gestalten zu können.
Dieser Sonnenuntergang hat eine mystische Wirkung, durch die Violetttöne strahlt das Bild eine gewisse Durchsichtigkeit und Ferne aus. Es wirkt wie eine Traumwelt.
Ein Thema, eine Abbildung ,doch eine unterschiedliche Wirkung. Hier kann man ganz gut sehen wie sich die Stimmung eines Bildes mit gleichem Motiv durch den Einsatz von Farben verändert.
Das Grün wirkt kalt , aber auch belebend, weil es ein sattes grün ist. Das Blau wirkt sehr kalt und künstlich und ist dem Thema Wasser am nächsten. Inhalt und Farbe harmonieren gut zusammen.
Farben und Form
Eine gute Fotografie sollte genauso gut durchkomponiert sein wie ein Gemälde. Das abstrakte Zusammenspiel von Form und Farbe sollte 100% sein.
Dabei kann man entscheiden, ob die Farbe hinter die Form tritt, oder Farbe und Form ein Gleichgewicht bilden,oder die Farbe durch ihre Leuchtkraft die Form dominiert.
Dabei ist der Einsatz von speziellen Filmen auch entscheidend, um besondere Kontraste zu erreichen.
Der Amateurfilm Fuji Sensia 100 ist sehr weich und eignet sich besonders gut für Stadtaufnahmen, da sie ansich schon sehr kontrastreich ist.der Film mindert den starken Kontrast.
Der Film Velvia zeichnet sich durch mehr Kontraste aus und hat eine sehr gute Schärfeleistung.
Natürlich stellt sich auch die Frage bei der bewussten Gestaltung mit Farbe und Form, wie man gestalterisch mit dem Gleichgewicht und Ungleichgewicht von Form und Farbe umgeht.
Dominanz der Farbe gegenüber der Form
Dominanz der Form
Gleichgewicht Form und Farbe
Dieses Foto kommt fast ohne Farben aus,entscheidend hierbei ist die Form der Rinde.Das Gegenlicht nimmt dem Bild die Farbe, dadurch wird das Bild auf grafische Elemente reduziert.Die Flächen wirken interessant, Farben würden hier nur stören.Ein gutes Beispiel, zu zeigen das ein gutes Bild auch völlig ohne oder besser wenig Farbe auskommen kann.
Farben können nicht nur Formen dominieren, sondern können auch bestimmte Aussagen in einem Bild verfälschen.deshalb bedient man sich in der Reportagefotografie mehr der Schwarz - Weiß- Fotografie, weil sie sich aufs Wesentliche konzentriert und nicht die Gefahr besteht Klischees zu produzieren.
Farbakzente gezielt setzen
Zu viele Farben machen ein Bild unruhig, aber das kommt meist auch auf den Inhalt an, bei der Loveparade z.B. unterstützen die vielen Farben der Kleidung inhaltlich das bunte Treiben der Menschen. Aber ein Foto wirkt umso spannender, wenn Farben nur als Akzente eingesetzt werden.Dabei ist wichtig die Leuchtkraft der Farben zu beachten, am leuchtstarksten sind die reinen Farben wie grün, blau, gelb und rot, als die gebrochenen Mischfarben.
Durch Kombination aus verwaschende Farben, die eine große Fläche einnehmen und reinen Farben, die allerdings nur eine kleine Fläche einnehmen sollten, kann man eine interessante Bildwirkung erzielen.
Kalt -Warm -Kontrast
Duchbrechen der Symmetrie durch Farbkontraste
ausgewogen, minimale Akzente

Dieses Bild von der Fuckparade in Berlin ist hauptsächlich in Brauntönen gehalten, da das Licht auch nicht so günstig ist.Es wirkt ein bisschen flau, obwohl die 2 Personen im Vordergrund in Aktion sind. Die Symmetrie, die durch die Straße und die Anordnung der Häuser ensteht, wird durch das knallige grün des Autos links im Bild durchbrochen, dieser Farbakzent peppt das Bild auf und steht im Kontrast mit dem roten Gebäude.
Farbkontraste
Sind wichtige Gestaltungsmittel in der Fotografie, besonders die Komplementär- und Warm - Kalt Kontraste.Farben können einander ergänzen (Farbharmonie), verstärken (Kontraste), stören (Farbdisharmonie).
Die Theorien der Farbkontraste gehen auf Johannes Itten zurück.Der Warm - Kalt - Kontrast beruht auf subjektiven Empfindungen.Rotorange ist besonders warm, blaugrün wird als besonders kalt empfunden.Kalte Farben wirken meist auf den Betrachter durchsichtig, beruhigend und fern, warme Farben dagegen nah, erdig und erregend.
Die Komplementärfarben sind Farben, die sich im Farbkreis direkt gegenüber stehen und den Komplementärkontrast bewirken.
Rot und grün, blau und orange, violett und gelb. Das Auge hat das Bedürfnis nach Vollkommenheit, das sagte schon der gute alte Goethe, das Zusammenfügen der Komplementärfarben ergibt diese Vollkommenheit. Wenn man lange auf eine Farbe sieht, ergänzt das Gehirn automatisch die Gegenfarbe. Dadurch gelten sie auch als harmonisch.

Bei diesem Bild ist der Komplementärkontrast zwischen der leuchtstärksten Farbe gelb und der kälteren Farbe violett sehr deutlich. Obwohl das Gelb eine kleine Fläche einnimmt, ist die Leuchtkraft gegenüber der größeren violetten Fläche imens. Trotz des hohen Farbkontrastes wirkt das Bild auf den Betrachter harmonisch. Der Kontrast wird ein wenig durch die Unschärfe im Hintergrund abgeschwächt.
hier kann man den Warm-Kaltkontrast ganz gut nachempfinden, dem warmen rotorange ist das kühle hellblau gegenübergestellt. Das rotorange dominiert, obwohl es doch eine geringere Fläche einnimmt als der Blauton, das liegt daran das warme Töne nah und erdig wirken also greifbar, kalte Töne dagegen fern
Qualitäts- und Quantitätskontrast
Farben bringen leben ins Bild.Kontraste verstärken den Aufbau und die Wirkung der Bilder und die Bildelemente zu strukturien.Einzelheiten können durch Kontraste hervorgehoben werden und Wichtiges vom Unwichtigen getrennt werden.
Sie beruhen auf der Wechselwirkung zw. 2 oder mehr Farben und beeinflussen sich in ihrer Wirkung gegenseitig. Ein Qualitätskontrast entsteht meist zwischen reinen und gebrochenen Farben (bsp. blau – Beimischung mit schwarz - dunkelblau).Jede reine Farbe unterscheidet sich von gebrochenen Farben durch ihre Farbsättigung.Sie haben eine größere Leuchtkraft als trübe Farben, deswegen ist eine kleine fläche für sie ausreichend.Die Dominanz und die Leuchtkraft der Farben gehört zum Quantitätskontrast.Der Quantitätskontrast beschreibt das optische Gewicht und die flächenmäßige Verteilung von Farben im Bild.Goethe hatte schon damals versucht die Leuchtkraft der Farben in Zahlen auszudrücken ( gelb 9, orange 8, rot 6, grün 6, blau 4, violett 3). Bei Kombination ist darauf zu achten, besonders bei gelb und violett, dass das violett das Dreifache der Fläche einnehmen sollte als das gelb, da die Leuchtraft des gelbs dreifach so groß ist wie das violett. In diesem Verhältnis 1:3 entsteht eine Harmonie zwischen beiden farben.
Bilder sollte man im allgemeinen nur mit gedämpften farben gestalten, da knallige Farben oft ein buntes Wirrwarr und sogar Augenkrebs verursachen /nur ein kleiner Scherz am Rande.
Filter (näheres zu Farbfilter im Artikel „Farbfilter“)
Sie schützen das Objektiv und machen flaue Bilder spannender.
weiter Vorteile sind :
machen Farben satter
bei gleißenden Mittagslicht erzeugen die eine wärmere Stimmung
wirken gegen UV-licht
Die gebräuchstlichsten Filter sind UV-,Skylight-,Polarisationsfilter.UV- Filter helfen bei Landschaftsaufnahmen mit Fernsicht, sie filtern die von UV - strahlen verursachten leichten Unschärfen heraus.
Skylightfilter haben einen leichten Rosaton, dieser senkt die Farbtemperatur und erzeugt einen angenehmen und warmen Farbton.
Das Polarisationsfilter schaltet 2 Arten von polarisierten Licht aus, es vermindert Spiegelungen und
steigert den Kontrast zwischen Himmel und Wolken.
Das Verlaufsfilter ist nur in eine Bildhälfte wirksam und bringt Stimmung in flaue Bilder.
Wie Licht die Farben beeinflusst
Das Auge, Filme oder Sensoren der Digitalkamera übersetzen den winzigen Schwingungsbereich des Lichtes in verschiedene Farbtöne, man spricht hier auch von Spektralfarben.Ein gutes Foto hängt von der Tages- und Jahreszeit und dem Wetter ab.Wie Filme, Sensoren und das Auge Licht umsetzen ist auch eine Frage der Farbtemperatur. Sie zeigt den Rot- und Blauanteil einer Lichtquelle an und wird in Kelvin gemessen.Bei Tageslicht herrschen je nach Sonnenstand unterschiedliche Farbtemperaturen, während des Sonnenaufgangs und - untergangs überwiegt der Orangeanteil, vor und nach dem Sonnenuntergang dominieren die Blauanteile, man spricht hier auch von der „blauen Stunde“.
Am neutralsten (5.500 K) ist das Licht bei bedecktem Himmel.
alle Bilder copyright by Christian Heuberger
War dieser kostenlose Bericht hilfreich für Sie? - Dann helfen Sie uns bitte unsere Seite bekannt zu machen, Linken Sie uns in Foren auf Webseiten etc. und empfehlen Sie uns bitte weiter.
fotos.sc - laden Sie kostenlos ihre eigenen Fotos hoch und/oder sehen Sie sich Fotos von anderen Fotografen an. Sie können ausserdem Ihre Fotos zum Verkauf anbieten, andere Fotos bewerten, kommentieren, als e-Card versenden, eine Künstlerseite erstellen, private Nachrichen verschicken, eine Slideshow erstellen uvm. :
fotografen-gesucht!Nehmen sie teil an unserem Fotowettbewerb
... comment
